Fahrbericht nach über 50.000 km

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    • Fahrbericht nach über 50.000 km

      Liebe Cactus-Gemeinde, :D
      ich habe die letzten 3 Jahre, in denen wir unseren Cactus besaßen, dieses Forum sehr oft konsultiert und muss ein großes Lob an die Vielen aussprechen, die hier ihr Fachwissen mit der Gemeinschaft geteilt haben. Dafür vielen Dank! ^^ Nun möchte ich dies auch tun und gleichzeitig von unserem Austritt aus dieser Gemeinde berichten, denn wir haben uns entschlossen unseren Cactus nächstes Jahr abzugeben. Gern möchte ich mit euch über die Gründen dafür sprechen.

      [2015] Direkt nach dem Kauf, hatten wir den ersten Zwischenfall. Eines der Ventile zum Befüllen der Klimaanlage wurde undicht. An sich keine große Reparatur, aber hätte man sie selbst bezahlen müssen wäre trotz des kleinen Materialaufwands eine dreistellige Summe zusammengekommen.

      [2016] Kurz darauf, zu Beginn des darauffolgenden Jahres, stand der erste Serviceintervall an (Jahreswagen), bei dem obendrein die erste Rückrufaktion lief. Die Motorhaube wurde mittels eines Metallbügels verstärkt, was dem einen oder anderen sicher auch passiert sein dürfte. Dabei wurde erneut festgestellt, dass die Klimaanlage eine Undichtigkeit aufweist. Diesmal war es das andere Befüllventil, dass dann ebenfalls getauscht werden musste. Ebenso kam es häufiger vor, dass das große Display beim Starten des Fahrzeuges nicht hochgefahren ist. Citroen versuchte dies mittels eines Software-Updates zu beheben, was jedoch bis heute das Problem nicht vollständig gelöst hat.

      Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass wenn ich von Citroen spreche ich auch wirklich den Hersteller meine und nicht meinen Vertragshändler. Zu diesem werde ich mich zum Ende hin nochmals ausführlich äußern.

      Ein weiteres Problem waren sehr starke Windgeräusche, die durch einen kleinen Filzstreifen (jeweils hinter die Gummis der Vordertüren geklebt) behoben werden sollten. Laut Aussage meines Servicemeisters hat das bei noch keinem Cactus richtig funktioniert und die Dichtungen wurden kurzerhand mit Scheibenkleber fixiert, was dann den gewünschten Erfolg brachte. Zum Ende des Jahres hin hatten wir dann sogar einen Wassereinbruch in den Innenraum durch, man kann es eigentlich gar nicht glauben, den Display der Notrufkonsole im vorderen Bereich des Dachhimmels. Das Leck an der Außenhaut konnte nie gefunden werde, aber zum Glück gab es nach diesem einen Vorfall keinen weiteren.

      [2017] Wir kommen also nun zum nächsten Jahr, in dem natürlich wieder ein Service bevorstand und auch erneut zwei Rückrufaktionen. Zum einen wurde der Kabelstrang zum AdBlue-Tank ersetzt und dieser bekam dann auch gleich noch einen neuen Verschlussdeckel. Dabei wurde durch die Werkstatt eine massive Korrosion der Bremsscheiben hinten festgestellt, was wohl auf die mäßige Belastung durch das niedrige Fahrzeuggewicht zurückzuführen ist. Wir haben deshalb auf unsere Kosten eine Wartung der hinteren Bremsen vornehmen lassen, um so zu retten, was zu retten war. Bis zum Jahresende stand das Auto trotzdem noch einmal in der Werkstatt, wegen des vollständigen Ausfalls der 3. Bremsleuchte. Vermutet wird ein Wassereinbruch aus der integrierten Düse für den Heckwischer.

      [2018] Zum Beginn des jetzigen Jahres stand der erste TÜV an und leider wurden uns die hinteren Bremsen zum Verhängnis, wie sich dann herausstellen sollte. Der nette Prüfingenieur, der eigentlich für verrostete Bremsen keine Plakette vergeben darf, hatte aufgrund des jungen Alters des Autos noch ein Einsehen und mit dem Versprechen unseres Servicemeisters, den Schaden sofort zu beheben, konnte unser Cactus doch noch den TÜV bestehen. Natürlich haben wir die Bremsen sofort ersetzen lassen, allerdings mit Ersatz aus dem freien Teilehandel, da der Originalpreis unerhört gewesen ist.

      Leider wurde aber durch unseren Vertragshändler, wie auch bei vielen anderen Cactus', ein Rostproblem an den Türen festgestellt. Also stand das Auto 3 Wochen später für knapp 4 Tage beim Freundlichen auf dem Platz und bekam 4 neue Türen. Dabei erwies sich die vielschichtige Perlmutt-Weiß Metallic Lackierung als besonders knifflig. Die neue, relativ dicke Lackierung aus menschlicher Hand war dem hohen Anpressdruck der Airbumps nicht gewachsen und schob nach kurzer Zeit Wellen in alle Richtungen, was natürlich einen erneuten Besuch beim Lackierer nach sich zog. Dieser war darüber sehr verärgert und erkundigten sich bei Citroen nach Alternativen, da er ja selbst nicht die Möglichkeit hat so dünn zu Lackieren, wie es die Roboter in der Produktion vermögen zu tun und bekam die allseits beliebte Antwort: "Stand der Technik". Die neuen Lackierarbeiten erwiesen sich dementsprechend leider auch nicht als sehr haltbar und mussten schlussendlich auch wieder erneuert werden. Nur die Frage des "Wie?" konnte Niemand wirklich beantworten. Der Lackierer-Meister zog dann die Reißleine und lackierte die Türen mit den alten Farben auf Lösemittel-Basis, statt mit den heute Üblichen auf Wasser-Basis. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und das meine ich durchaus positiv! Leider ist ein Unterschied im Farbton zu erkennen, der sich durch die unterschiedlichen Arten der Lackierungen begründet. Und seit dieser letzte großen Reparatur, für die das Auto fast zwei Wochen stehen musste, haben wir außerdem eine starke akustische Beeinträchtigung beim Fahren. Nicht durch lose Türverkleidungen oder so etwas, sondern wirklich vom Fahrwerk selbst ausgehend. Logischerweise wurde der Cactus in der Zeit der Lackierung nicht bewegt, wie auch, ohne Türen?! Aber dann frage ich mich, wie ein so neues Fahrwerk nach so wenig Stillstand so leiden kann... Denn eine Kontrolle der entsprechenden Bauteile ergab keine erfassbaren Schäden.

      Kommen wir nun zum Stand 'Heute': Am Samstag war die Präsentation des neuen Citroen Berlingo, der uns sehr gefallen hat. Auf dem Weg zum Händler gab es eine Warnung des Fahrzeugs, dass der Motor beschädigt sei und wir ihn reparieren lassen sollen. Es stellte sich heraus, dass die AdBlue-Pumpe dabei ist ihren Dienst zu quittieren und wir demnächst wohl eine neue bekommen werden. Und zu allem Überfluss sind seit heute auch die vorderen Scheibenwischer teilweise ohne Funktion. Heißt also unserem Cactus steht wieder ein Aufenthalt in der Werkstatt bevor.

      Ich möchte an dieser Stelle aber auch erwähnen, dass wir uns damals ganz bewusst für dieses Auto entschieden haben und wir unserem Freundlichen (Wir haben das Fahrzeug im übrigen bei einem anderen Händler erworben) sehr dankbar sind, dass alle Probleme schnell identifiziert und behoben werden konnten. Und wir, wahrscheinlich sogar eher ich, waren keine leichte Kundschaft, denn auch wenn der Servicemeister nichts für die Schäden konnte, musste er meinen Frust andauernd ertragen :D Der Cactus ist ein sparsames, sehenswertes und komfortables Auto und wir sind ihn gern gefahren! Dennoch muss ich aufgrund der vielen Vorkommnisse an der Langzeitqualität stark zweifeln. In jedem Fall ist für uns das Kapitel 'Cactus' bereits mental abgeschlossen und es wird auch nicht noch einmal ein solches Fahrzeug bei uns geben. Im Verlauf des kommenden Jahres werden wir die Bestellung für einen neuen Berlingo beim Händler abgeben und er hat uns bereits zugesagt den Cactus ohne weiteres in Zahlung zu nehmen. Ungeachtet der Farbdefizite und unserer hohen Beanstandungsquote in der Vergangenheit, denn mal ehrlich, wer stellt sich so ein Auto gern auf den Hof? Dies ist auch der Grund weshalb wir den Unterschied in der Lackierung der Türen und der Karosserie nicht nochmal reklamieren werden. Und auch wenn unser Auto eine Ausnahme zu sein scheint halte ich es dennoch für wichtig davon zu berichten.

      Ich hoffe und wünsche euch, dass ihr eure stachligen Freunde noch lange halten könnt. Allzeit gute Fahrt und liebe Grüße! :cactus1:

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      C4 CACTUS BlueHDi 100 S&S Shine

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Hapokrates ()

    • Hallo,
      die Entscheidung kann ich absolut nachvollziehen. Ich bin auch sehr ernüchtert über die Qualität des Fahrzeugs, aber insbesondere über die nicht vorhandenen Qualitäten unseres Citroen-Händlers.
      Ich muss aber auch sagen, daß wir außer den üblichen Rückruf- und Nachrüstaktionen noch keine Probleme mit unseren beiden 82 PS Benzinern hatten.
      Hätten wir ähnlich massive Probleme, wäre zumindest ein Cactus schon längst wieder weg, aber so erfreuen wir uns am außergewöhnlichen Design und am wirklich überschaubaren Benzinkonsum.
      Hoffentlich machst du mit dem neuen Berlingo bessere Erfahrungen!

      Gruß

      Pafdaddy
      (Ein Schwabe im Exil) :rolleyes:

    • Grüß dich!

      Ja, wir haben die Qualität auch mit Ernüchterung auffassen müssen. Mir graut es schon vor nächstem Jahr Januar, denn Gott sei dank haben wir immer bis dahin noch die Garantie. Danach wird es hoffentlich kein zu teurer Spaß, bis dann das neue Auto kommt. Da kann man mal sehen, wo überall der Rotstift bei den Entwicklern über den Schreibtisch geflogen ist. Ich sehe ja ein, dass man bei einem ehemaligen Startpreis von knapp 14.000€ Abstriche machen muss, aber das was da Alles zusammengekommen ist, ist wirklich zu viel. Zu mal wir bedeutend mehr bezahlt haben. Aber er hat uns inzwischen über 50.000 km immer sicher ans Ziel gebracht und das ist ja schon mal etwas.

      Wir sind gespannt wie sich der neue Berlingo schlägt :D

      Einen schönen Abend euch!

      C4 CACTUS BlueHDi 100 S&S Shine
    • 80.000 km sind inzwischen erreicht, 3 Rückrufe absolviert, 4 Türen ausgetauscht, wobei eine erneut Zeichen von Oxydation aufweist, aber was doch positiv hervorzuheben ist, ist, dass nichts klappert, kaum optischer Verschleiß an Sitzen, Schaltknauf usw. festzustellen ist und das Auto insgesamt recht frisch ausschaut. Man darf nie vergessen, dass die Philosophie des Wagens einfach eine andere ist als landläufig üblich, wo Qualität durch Chrom bzw. Aluminiumapplikationen vorgegaukelt wird, Technik mit übermäßigen Knöpfen und Sportlichkeit durch fragwürdige Luftschlitze suggeriert wird und blind einfach alles an Assistenzsystemen hineingebaut wird, was der Markt hergibt.
      Qualitativ finde ich den Cactus jetzt nicht so schlecht, was sich aber erst richtig in den nächsten Jahren zeigen wird, meiner kommt in Kürze in das 5te Jahr und ich hoffe ihn erst wechseln zu müssen, sobald eine bezahlbare elektrische Alternative auf dem Markt ist.

    • Hallo Hapokrates,

      vielen Dank für deinen Bericht. Ich habe meinen Cactus jetzt 2,5 Jahre, 60000km abgespult und der Leasingvertrag läuft noch 1,5 Jahre. Außerdem 4 Rückrufen und einer defekten Dichtung der Klimaanlage hat mein Cactus garnichts. Keine Windgeräusche, kein Rost, kein Klappern. Dank eines Full-Service Vertrages mit allen Verschleißteilen und einer Garantieverlängerung auf 4 Jahre bin ich auch die ganze Leasinglaufzeit abgesichert. Ich peile 100.000km an, da ich pro Jahr etwa 25000 km fahre.

      Das einzige, was mich nervt ist der hohe Verbrauch (ist aber meiner Fahrweise geschuldet) und die Klangqualität der Boxen (aber auch da kann man ja was machen).
      Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn danach behalten soll. Der Restwert ist bei etwas mehr als 8000€. Das bedeutet, ich müsste bei gleichbleibender Rate noch 2,5 Jahre abbezahlen bis er mir gehören würde. Dann hat er etwa 170.000km drauf. Des weiteren habe ich keine Garantie mehr und ich muss auch für den Service bezahlen (mindestens 1 mal pro Jahr). Mir fehlt die Kenntnis, was da an Kosten auf mich zukommt. Muss der Zahnriemen irgendwann gewechselt werden? Muss das ETG Getriebe irgendwann überholt werden? Wie lang hält durchschnittlich der 1,6 Liter Dieselmotor?
      Gibt es hier im Forum Mitglieder, die einen Cactus mit mehr als 100.000km besitzen?
      Über ein breitgefächertes Meinungsbild würde ich mich freuen.

      Beste Grüße

      Red Mustang

    • Grüße Red Mustang!

      Da ich diesen Motor auch in meinem Cactus fahre, kann ich dir, was die Servicekosten betrifft, ein wenig Auskunft geben. Also eine normale Inspektion, mit Öl und Pollenfilter, kostet bei meinem Freundlichen rund 250-280€. Der Bremsflüssigkeitswechsel kostet 80€ extra, wenn fällig. Luft- oder Dieselfilterwechsel jeweils ca. 30€. Der Zahnriemenwechsel steht beim Diesel nach 175.000 km bzw. 10 Jahren an, je nachdem welcher Fall zuerst eintritt. Was dieser jedoch kostet kann ich dir nicht sagen. Auch zur Standfestigkeit des Automatikgetriebes weiß ich keinen Rat zu geben, da ich selbst einen Schalter fahre.

      Ich hoffe, dass meine Infos wenigstens ein bisschen Licht ins Dunkle bringen :D

      MfG und weiterhin gute Fahrt!

      C4 CACTUS BlueHDi 100 S&S Shine

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