Warum Tempo-Limit mit Notrad? Und Alternativen?

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    • Warum Tempo-Limit mit Notrad? Und Alternativen?

      Hallo
      aus einem anderem Thema kam im Zuge der Klärung der Verwendung verschiedener Radbolzen die Frage auf, warum das Notrad eigentlich mit Warnhinweisen bzgl der Fahrstrecke und der max erlaubten Geschwindigkeit versehen ist.

      c4c-origins schrieb:

      Bei Verwendung eines Notrades wird zum einen auf eine maximal zu fahrende Geschwindigkeit hingewiesen (das ist natürlich auch dem Reifen an sich geschuldet), desweiteren wird ausdrücklich darauf hingewiesen das das Notrad nur so kurz wie möglich zu verwenden sei.
      Dies liegt meines Wissens nach nicht an der Art der Befestigung, sondern hat viel mehr mit den physikalischen Eigenschaften eines Notrads zu tun. Ein Notrad ist in der Regel wesentlich schmaler und tlw auch im Umfang kleiner als ein vollwertiges Ersatzrad und hat dadurch auch ein anderes Gewicht (Unterschiede der ungefederten Massen am KFZ). Ebenso ist in der Regel die Art der Bereifung eine andere (guckt doch mal bitte auf Euer Notrad - wenn ihr eins habt - nach den Reifendimensionen auf dem Reifen). Somit wird es sehr wahrscheinlich fahrdynamisch über andere Eigenschaften verfügen als die anderen Räder am Auto. Ich gehe davon aus, dass eine Fahrsicherheit durch den Hersteller daher nur bis z.B. 80km/h "gewährleistet" wird. Bei höheren Geschwindigkeiten würden sich Ungleichgewichte Massenunterschiede der ungefederten Massen bestimmt deutlich und zum Nachteil der Fahrsicherheit bemerkbar machen.

      Ich selbst habe ein sogenanntes "vollwertiges Ersatzrad" dabei, welches auf gleicher Stahlfelge, den gleichen Reifen in den gleichen Dimensionen wie Serie drauf hat. Daher wundert es mich auch nicht, dass an meinem Reifen keinerlei gelbe Markierungen oder Aufkleber mit Tempolimit oder Laufleistungsbeschränkungen zu finden sind. Das ist zwar sicher schwerer als die schmaleren Noträder oder ein Pannenset mit Kompressor, doch so habe ich meinen Cactus (Tageszulassung mit 2km) halt bekommen. Bei jedem Reifenwechsel Sommer/Winter wechsel ich den mit durch, damit der nagelneue Reifen dadrin nicht unbenutzt irgendwann "schlecht" wird und sich die Profile der 5 Reifen auf Stahlfelge relativ gleichmäßig abnutzen.

      Was denkt ihr (oder wisst vielleicht sogar), warum es wohl diese Beschränkungen gibt!?

      Bei einer schnellen Recherche habe ich nur wenige kurze Infos, aber keine ausführliche Erklärung gefunden. Z.B.:

      Reiff Reifenlexikon schrieb:

      Notrad
      Rein statistisch haben Autofahrer alle acht Jahre eine Reifenpanne. Dennoch wollen viele auf ein echtes Reserverad nicht verzichten. Dabei hat es fast nur Nachteile: Es ist schwerer und braucht mehr Platz. Deshalb haben einige Hersteller nur noch ein Notrad im Serienprogramm, das kleiner und leichter ist. Dafür sind die Laufeigenschaften begrenzt und die Geschwindigkeit ist auf 80 km/h begrenzt. Noch platzsparender sind so genannte Tirefit-Systeme: Ein flüssiges Dichtmittel wird in den Reifen gespritzt und dichtet kleinere Löcher vorübergehend ab. Haben Sie ein „echtes“ Ersatzrad, sollten Sie dieses regelmäßig überprüfen lassen. Denn im Falle einer Panne muss es voll funktionsfähig sein.
      oder auch

      Reifen.com schrieb:

      Was sind Noträder?
      Noträder sind besonders preiswerte und einfach gefertigte Räder, die Ihnen nach einem Reifenschäden die Weiterfahrt ermöglichen. Das Reserverad wird bei den meisten Fahrzeugen in einer speziellen Mulde im Kofferraum mitgeführt und ist in seinen Abmessungen kleiner als ein vollwertiges Rad. Durch die Montage des Notrades nach einem Platten können Sie mit gemäßigtem Tempo weiterfahren, um anschließend zu Hause oder bei einem Reifenhändler einen Neureifen zu montieren.



      (...)

      Welche Alternativen zum Notrad gibt es?
      Neben dem Notrad als Ersatzreifen können Sie sich für andere Alternativen für eine sichere Weiterfahrt entscheiden. Zu diesen gehören:
      • vollwertiger Ersatzreifen: Dieser ist etwas teurer als ein einfaches Notrad, kann nach der Montage jedoch dauerhaft mit den gewohnten Fahreigenschaften verwendet werden.
      • Runflat Reifen: Dieser spezielle Reifentyp ist etwas teurer als gewöhnliche Sommer- oder Winterreifen. Bei einem Platten sind die Reifen noch etwas fahrfähig, so dass kein direkter Austausch erfolgen muss.
      • Pannenset: Mit diesem speziellen Equipment wird der beschädigte Reifen wieder temporär funktionsfähig gemacht.

      oder auch

      AutoScout24 schrieb:

      Das Notrad ist leicht und verbraucht wenig Platz
      Einige Fahrzeughersteller haben sich für die Bereitstellung eines Notrades entschieden. Die Vorteile liegen im geringeren Gewicht und dem kleineren Platzbedarf. Dem stehen jedoch einige Nachteile gegenüber:
      • Das Notrad ist schmaler und hat gegenüber dem klassischen Reserverad oftmals auch einen kleineren Durchmesser. Im Falle einer Reifenpanne montierst du das Notrad an die Stelle des kaputten Reifens. Ein Wagenheber, der zusätzliches Gewicht bedeutet, ist demnach in jedem Fall mitzuführen.
      • Mit dem Notrad darf man lediglich bis zur nächsten Werkstatt fahren. Dies ist im Falle einer Kontrolle nur schwierig nachzuweisen. Deshalb musst du nicht sofort eine Strafe befürchten, wenn du längere Zeit damit unterwegs bist. Empfehlenswert ist es dennoch nicht, denn im Vergleich mit anderen Lösungen gibt es noch weitere Einschränkungen.
      • Die Fahrt mit Notrad ist auf eine Geschwindigkeit von 80 km/h begrenzt. Dies hängt mit der schmalen Lauffläche und dem geringen Durchmesser zusammen, aber auch mit der Belastung des Getriebes.

      Habt ihr 'ne Idee, warum das Getriebe mit Notrad mehr belastet sein soll? Das gilt doch sicher nur, wenn der Durchmesser wirklich kleiner wäre, oder?

      Welche Reifendimesionen haben Eure Noträder im Cactus (an die, die welche haben)? Und was bevorzugt ihr, wenn ihr die Wahl hättet zwischen Notrad, vollwertiges E-Rad, Pannenspray mit Kompressor oder Runflat-Reifen? Sind mit Pannenspray auch Begrenzungen einzuhalten?
      ""
      8) Cactus e-HDi 92PS ETG6 Feel Edition
    • Hi,
      soweit ich mich noch recht erinnere, ist die Druckflasche für das Pannenset nicht endlos haltbar.
      Ich hatte an meinem vorherigen Fzg. ein Pannenset, welches ich dann auch prompt verwenden musste. Zu meiner Entttäuschung war das Dichtmittel nicht in der Lage das Loch im Reifen (verursacht durch eine Schraube) abzudichten.

      Jetzt habe ich bei beiden Cacteen ein vollwertiges Ersatzrad drin, und das ist auch gut so :thumbsup:

      Pafdaddy
      (Ein Schwabe im Exil) :rolleyes:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von pafdaddy ()

    • Mit "Getriebe" kann eigentlich nur das Differential gemeint sein, und auch das ist nur dann relevant, wenn eben die Antriebsachse das Notrad trägt.

      Beware the fisherman, who is casting out his line into a dried-up river bed.
      Don't try to tell him, 'cos he won't believe you.
      Throw some bread to the ducks instead, it's easier that way

      (Tony Banks, Genesis)
    • Gefühlt meine ich, dass die ersten Noträder deutlich schmaler und kleiner waren, als heutige Noträder. Teilweise sahen die Dinger aus wie bessere Schubkarren-Räder. Da wurde die Tempo-Beschränkung allein schon durch das Äußere erklärt.

      Meiner hat ein Reserverad. War beim Kauf drin. Ergänzend hat mir der Händler damals gesagt: "...somit haben Sie auch einen Wagenheber an Bord. Beim Pannenset fehlt dieser nämlich."

      C4 Cactus PureTech 82 Selection, Orga 14449, Lagoon-Blau,
      ... und noch einige andere Citroëns. :D

    • Möglicherweise passt bei den Diesel-Modellen schon noch ein Reserverad rein, denn diese haben ja einen 45 statt 50 Liter großen Kraftstofftank.

      Dass ein unterschiedlicher Reifendurchmesser an der Antriebsachse zu Problemem führen könnte, habe ich vor einigen Jahren (so um 1990 herum) an einem Peugeot 305 Break erfahren dürfen. Wir hatten einen Reifenschaden an der Vorderachse und haben das neuwertige Reserverad montiert. Der andere Reifen auf der Antriebsachse war schon - im legalen Bereich - gut runtergefahren; dieser dadurch bedingte Unterschied des Reifendurchmesser führte dazu, dass bei jedem Schaltvorgang, also wenn eine Zugunterbrechung vorlag, der Wagen nach einer Seite zog. Solange man Gas gab, oder bremste lief der Peugeot einwandfrei geradeaus.
      Gruß, Karl-Heinz

      bisherige Autos: Opel Kadett B '78-'79 von da an nur noch Citroën: GS 1015, GS 1220, BX 19GT, BX 19GTi, BX 19TRi Break, Xantia 1.8iSX Automatik, Xantia 2,0i 16V Exclusive Break Automatik 06/98 - 03/19
      Seit 04/2019 C4 Cactus II PT 110 Shine (EZ 05/18)

    • lumo77 schrieb:

      Mich würde auch interessieren, obbei den Cacteen mit Adblue-Tank ein vollwertiges Ersatzrad überhaupt reinpasst, ob die Mulde tief genug ist trotz AdBlue Zugang in der Mulde!?
      Hallo da,

      ich habe grad mal nach gemessen. Ich fahre einen Diesel Cactus 1 mit Notrad im Kofferraum, das ist ca 14 cm breit. Die Abdeckungen passen genau drauf. Vielleicht ist da 1-2 cm Spiel. Der "Normale" Reifen ist ca 21 cm breit und passt da nicht rein. Zumindest nicht ohne Umbauten.

      Grüße
    • Ich habe täglich mit Reifenpannen zu tun. In der Regel sind die Reifen vorn rechts betroffen. Meistens auch an der Flanke. Das Pannenset funktioniert nur bei Beschädigungen bis 4 mm in der Lauffläche und nur, wenn die Schrauben noch im Reifen steckt, damit das Gel sich um die Schraube legen kann, ansonsten kann es direkt wieder rauslaufen. Risse werden nicht abgedichtet. Und da das Zeug nicht kriechfähig ist, sind Schäden in der Flanke ausgeschlossen.
      Nutzt man das Pannenset, gilt max. 80 km/h und nicht weiter als 50km aus Sicherheitsgründen. Das Zeug ist nicht dauerhaft geeignet, zu flicken, weil es nicht vulkanisiert. Zusätzlich wird der Reifen bei höheren Geschwindigkeiten keine Laufruhe mehr haben, weil das Dichtmittel sich meist nicht gleichmäßig verteilt und eine Unwucht bekommt.

      Im Figaro habe ich ein Notrad, im Cactus ein vollwertiges Ersatzrad. Im Blue HDI ist die Reserveradmulde nicht hoch genug für ein vollwertiges Ersatzrad. Einige Modelle haben auch keine Möglichkeit, ein Ersatzrad zu verstauen. Ich rate dazu, bei Fahrten in den Urlaub oder generell längeren Strecken, ein Ersatzrad im Kofferraum zu haben. Mein Bruder hält mich deswegen schon für bescheuert, weil ich ihn immer ein Ersatzrad mitnehmen lasse, wenn die Familie in den Urlaub fährt.

      Gruß, Pi

    • Ich staune immer, wie selten Reifenpannen eigentlich sein müssen. Ich habe in den vergangenen 30 Jahren mit in Summe 250000 km keine einzige selbst erlebt und fahre die Fahrzeuge bisher immer bis zum Schrott bzw. Export. In meinem vorherigen Berlingo habe ich zum Schluß festgestellt, dass noch das Original-Ersatzrad von 2003 drunter war...

      Wenn ich dagegen die Zahl der Platten von meinem Fahrrad sehe, ist das was völlig anderes. Alle 2-3 Monate einer trotz Schwalbe Marathon.

    • Ich habe mit meiner DS mehrere Reifenpannen gehabt, weil ich an einigen Stellen beim Abbiegen andauernd aufgrund des Radstands hängengeblieben bin.
      Am Cactus hatte ich eine Reifenpanne, allerdings mit schleichendem Druckverlust an den sowieso fälligen Reifen.

      Von Berufs wegen kann ich sagen, dass eine Reifenpanne sehr häufig ist. Keiner hat mehr ein Ersatz- oder Notrad, nur noch die ollen Pannenkits. In der Regel donnern die Fahrer aber gegen Bordsteine und zerschießen sich die Flanken, fahren auf der Autobahn über Teile, die ein anderer verloren hat, sodass der Reifen platzt.

      Eigentlich kann man für die meisten Autos zumindest ein Notrad bestellen, aber gerade bei Leasingwagen wird auf jeden Cent geachtet, ebenso bei Autovermietungen. Die sind so krass und nehmen das Pannenset oder das Ersatzrad aus dem Fahrzeug, damit der Mieter das nicht klaut...

      Mein 3L hatte kein Ersatzrad, weil in der Reserveradmulde die Batterie saß, allerdings waren die Reifen so schmal, dass es kaum möglich war, irgendetwas zu treffen. :D

      Aufgrund meiner täglichen Erlebnisse habe ich auch ein Lastenheft für den Fahrzeugkauf, in dem unter anderem Ersatzrad oder die Möglichkeit zum Verstauen ebenjenes verankert ist. Die anderen Optionen sind bei neueren Fahrzeugen kaum mehr möglich.

      In Summe hatte ich ca. 3-4 Reifenpannen auf 700.000 in 20 Jahren, wobei eben allein 3 auf die DS entfallen sind, bei der dann nur der Schlauch gewechselt wurde.

      Gruß, Pi